Kapitel 3 · Ablauf

So läuft BGM ab – die vier Phasen

Erfolgreiches Gesundheitsmanagement ist kein einmaliges Projekt, sondern ein Kreislauf. Es folgt dem PDCA-Prinzip (Plan – Do – Check – Act), das aus anderen Managementsystemen bekannt ist: analysieren, planen, umsetzen, auswerten – und mit den Erkenntnissen von vorn beginnen.

Dieser Rhythmus sorgt dafür, dass Maßnahmen zum echten Bedarf passen und sich mit der Zeit verbessern, statt als Strohfeuer zu verpuffen.

Person plant am Arbeitsplatz – der BGM-Prozess als kontinuierlicher Kreislauf
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Phase 1

Analyse

Wo steht das Unternehmen? Bevor Maßnahmen geplant werden, wird der Ist-Zustand erhoben – mit Zahlen statt Bauchgefühl.

Kennzahlen auswerten: Krankenstand/AU-Quote, Fehlzeitenstruktur, Fluktuation

Anonyme Mitarbeiterbefragung zu Belastung, Ressourcen und Zufriedenheit

Auswertung der Gefährdungsbeurteilung – inkl. psychischer Belastung (§ 5 ArbSchG)

Gesundheitszirkel und Interviews mit Führungskräften und Beschäftigten

Tipp zur Mitarbeiterbefragung: Für die anonyme Befragung – inklusive der gesetzlich verpflichtenden GBU-Psych – nutzen wir Worksonar, die Befragungsplattform aus unserem Haus: anonym ab fünf Teilnehmern, DSGVO-konform in Deutschland gehostet. Pflicht erfüllen und Bedarf analysieren in einem Durchgang.

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Phase 2

Planung & Ziele

Aus der Analyse werden Prioritäten und messbare Ziele. Was soll bis wann erreicht werden – und woran wird der Erfolg gemessen?

Konkrete, messbare Ziele festlegen (z. B. Belastung senken, Nutzung erhöhen)

Maßnahmen priorisieren: verhaltens- und verhältnisbezogen kombinieren

Ressourcen, Budget und Verantwortlichkeiten klären; Steuerkreis einbinden

Fördermöglichkeiten einplanen (§ 3 Nr. 34 EStG, Krankenkassen nach § 20 SGB V)

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Phase 3

Umsetzung

Die Maßnahmen werden durchgeführt – begleitet von Kommunikation und dem sichtbaren Rückhalt der Führung, damit die Angebote auch genutzt werden.

Verhaltensbezogene Angebote: Kurse, Beratung, Coaching, Gesundheitstage

Verhältnisbezogene Maßnahmen: Ergonomie, Arbeitsorganisation, gesunde Verpflegung

Interne Kommunikation und niedrigschwelliger Zugang für alle Standorte/Schichten

Führungskräfte als Multiplikatoren – gesunde Führung als Teil der Kultur

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Phase 4

Evaluation

Hat es gewirkt? Prozess und Ergebnis werden überprüft – die Erkenntnisse fließen in den nächsten Zyklus ein. BGM ist ein Kreislauf, kein Projekt mit Enddatum.

Ergebnisevaluation: Zielerreichung an den definierten Kennzahlen prüfen

Prozessevaluation: Was lief gut, wo hakte die Umsetzung?

Teilnahme- und Zufriedenheitsdaten auswerten (Follow-up-Befragung)

Ergebnisse zurückspielen und den PDCA-Zyklus neu starten

Wer den Prozess trägt

Ein Prozess braucht Verantwortliche. Im Zentrum steht der Steuerkreis Gesundheit – ein interdisziplinäres Gremium aus Geschäftsführung, Personal, Betriebs- oder Personalrat, Betriebsarzt, Fachkraft für Arbeitssicherheit und den BGM-Verantwortlichen. Es entscheidet über Ziele, Prioritäten und Ressourcen. Die operative Koordination übernimmt eine BGM-Beauftragte oder ein BGM-Beauftragter. Und weil Angebote nur wirken, wenn sie genutzt werden, sind die Führungskräfte als Vorbilder und Multiplikatoren entscheidend.

DIN SPEC 91020 als Orientierung

Wer sein BGM an einem anerkannten Rahmen ausrichten möchte, findet in der DIN SPEC 91020 (2012) den ersten branchenübergreifenden BGM-Standard in Deutschland. Er beschreibt Anforderungen an ein BGM-System nach demselben PDCA-Prinzip. Die Spezifikation ist freiwillig und nicht gesetzlich verpflichtend, dient aber als verbreiteter Orientierungs- und teils Zertifizierungsrahmen.

Typische Stolpersteine

  • Mit Maßnahmen statt mit Analyse beginnen. Der Obstkorb ohne Bedarfsklärung ist der Klassiker – gut gemeint, selten wirksam.
  • Zu viel auf einmal. Ein konsequent bearbeitetes Handlungsfeld schlägt fünf halbherzige.
  • Führung außen vor lassen. Ohne sichtbaren Rückhalt der Leitung bleiben Teilnahmequoten niedrig.
  • Nicht evaluieren. Ohne Messung lässt sich weder Erfolg zeigen noch nachsteuern.

Vom Wissen zur Umsetzung

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